„The Wall“ – Berlin 1990

– Wie ich z Berlin 1990 Musikgschicht vo „The Wall“ erläbt ha

„Über 200`000 verchaufti Tickets! Im TV über 500 Millione Zueschauer live drby“.

Bildquelle: «Berlin, Aufführung der Rockoper „The Wall“» von Robert Roeske, Bundesarchiv (Bild 183-1990-0722-402), lizenziert unter CC BY-SA 3.0 DE

Ähnlich wie dr Bob Geldof im Herbscht 1984 de Funke für „We are the World“ glegt het, het au dr Roger Waters vo Pink Floyd 1990 uf em Potsdamer Platz z Berlin, ächti Musikgschicht gschriibe. Bi däm legendäre «The Wall»-Konzärt het sich dr Muurefall uf symbolischi Wiis grad nomol wiederholt. Es isch e Benefizkonzärt vo gigantischem Usmaass gsi, wo am 21. Juli vor über 30 Joor uffgführt worde isch. Rund 600 Lüt hän über vier Wuche e 168 Meter langi und 41 Meter diefi Megabühni uffbaut. Meh als 220’000 Tickets sölle im Vorfäld verchauft worde si. Riisigi Chrän sin bereit gstande, zum die gwaltige Marionettefigure (idäntisch em Film) z manövriere, derzue mehreri Helikopter, e Blooskapälle vo dr Rote Armee und Musikgrössene wie Sinéad O`Connor, dr Bryan Adams, d Cyndi Lauper (het bi mir voll i gschlage) oder d Scorpions.

Mit däm gigantische Rockspektakel mit über 350’000 Fans im Publikum het me idrüggligg zaigt, dass es möglich isch 100`000ige Mensche us Oscht und Wescht uf sanfti Art und ohni Gwalt e neue gmeinsame Ruum zum Erlääbe und Zämmesii cha geh . Wie erwähnt sin über 200`000 Tickets verchauft worde, doch will einiges über 100`000igi Fans meh z Berlin i gloffe sin, het me d Door wäge däm riisige Asturm us Sicherheitsgründ am Änd eifach uffgmacht und d Lüt gratis ihne gloh. „Chapeau!“

„S Album und dr Film bricht alli Rekord“!

Dass das Ganze so guet funktioniert het, isch alles andere als sälbschtverständlig gsi. S Album sälber isch jo 1990 scho elf Joor alt gsi. Wo’s im November 1979 uff dr Märt cho isch, het’s e richtie Stilwächsel in dr Musik vo Pink Floyd bedütet, was em Erfolg aber überhaupt kai Abbruch do het. Scho vor däm Konzärt z Berlin isch es 19 Millione Mol verchauft worde, isch in den USA, z London und z Dortmund insgsamt 31 Mol live uffgführt und 1982 mit em Bob Geldof in dr Hauptrolle verfilmt worde. Bis hüt bricht „The Wall“ dr Rekord als s meischtverchaufte Doppelalbum überhaupt und ghört no immer zu de 30 erfolgriichschte Albe überhaupt. Wär`s jetzt (über 30 Joor spöter) nonig gloost het, isch sälber Schuld. 1982 bin i als 18 Jöhrige Schnöösel in Gnuss vom Kinostart „Pink Floyd-The Wall“ (in dr Hauptrolle dr Bob Geldof, fasch dr einzig Schauschpieler) in dr Schwiiz cho. 1,5 Std schaurigi und bedruggendi Stimmig und vor allem Bilder/Ufnahme. Är fahrt durch Mark und Niere. Besser hät e Film dr damaligi Zytgeischt nid chöne beschriibe. Churz gseit, meh verloot s Kino….. ohne Worte.

Laut gedacht: I schweif nid vum Thema ab, denn es goht immer no „um die Mauer“ .“Die Mauer“ zwüsche…..

E paar spannendi Fakte zum Schwiizer Kinostart:

  • Ein Phänomen in den Studiokinos: Der Film lief in der Schweiz monatelang, zum Teil über ein Jahr insbesondere in Städten wie Zürich, Basel, Bern und Genf. Dies als sogenanntes „Mitternachtskino“, da er sich schnell zum absoluten Kultfilm für die damalige Jugend- und Rockkultur entwickelte.
  • Keine Synchronisation: Da der Film fast vollständig ohne Dialoge auskommt und stattdessen die Musik des Doppelalbums die Geschichte erzählt, lief er in der Schweiz praktisch ausschliesslich in der englischen Originalversion (meist mit deutschen und französischen Untertiteln).

So e erfolgriiche Film fasch vollständig ohni Dialog………., e Kunschtwärk!

Dä riisigi Erfolg vom Album wo dr Roger Waters vo Pink Floyd die meischte Lieder drfür gschriibe het, het aber glichzytig au dezue gführt, dass är d Band verloo het. Dr Sänger und Bassischt het alleinigi, künschtlerischi Kontrolle für sich beasprucht. Do isch es natürlig zum Striit choo, und dr Waters het d Band 1985 verloo. Zum Gligg är und nid dr David Gilmore, the „One and Only“ vo Pink Floyd. Für mi hüt no de bescht Gitarischt on earth ! Meine Worte. Wo är churz druffabe in eme Interview gfrogt worde isch, öb är die Rock Opere jemols wider ganz uff d Bühni bringe würd, het är e dütliggs «Nei» ge, wo für die domolig Zytt au völlig logisch gsi isch. Numme wenn z Berlin d Muure falle würd, chönnt me jo villycht emol drüber nodängge. Doch scho fünf Joor spöter isch s Unvorstellbare wohr worde und prompt het dr Waters e Afrog bekoo. Die britischi Stiftig «Memorial Fund for Disaster Relief», wo erscht e Joor vorhär gründet worde isch, het e ganz groosses Benefizkonzärt plant.

Bildquelle: «Berlin, Aufführung der Rockoper „The Wall“» von Robert Roeske, Bundesarchiv (Bild 183-1990-0722-405), lizenziert unter CC BY-SA 3.0 DE

„Erinnerige und Gschicht as zentrals Thema!“

Dr Waters het sich also e Band gsuecht, wo syni ehmolige Pink-Floyd Kollege musikalisch ersetzt het (was so zusaage unmöglich gsi isch), und het vor über 30 Joor das legendäre Konzärt gspiilt. Do isch es um so vyyl meh gange als „numme“ um d Musik. Das merkt me bsundrs guet bim Waters sym Stück „Another Brick In The Wall, Part 1“. Quasi die chly Schwöschter vom villycht berüehmteschte Pink-Floyd Song überhaupt („Another Brick In The Wall, Part 2“).

Dört dänkt dr Protagonist an si Vater, wo nit us em Chrieg zruggkhoo isch: „Daddy’s flown across the ocean, leaving just a memory.“ Die Erinnerig wird uf dr Bühni as Styroporziegel visualisiert, wo zämme mit all de andere Traumata und fiese Erinnerige e Muure bildet, wo immer witer wagst: „All in all it was just a brick in the wall.

Bildquelle: «The wall 1990 schoolmaster puppet» von Frank Dumont, lizenziert unter CC BY 2.0

Und au wenn die symbolischi Muur us Seeleschmärz und Erinnerige ganz verschideni Bedütige cha ha, git’s für das Konzärt vo 1990 z Berlin im Grund gno numme die eini: 168 Meter lang und 25 Meter hoch isch die riisigi Muure-Inschtallation gstande. Als Zaiche für all die schmärzhafte Erinnerige, die verruggte, usenandergrissene Lääbe und Familie. Wäg däm cha me s Ändi vo däm Konzärt, wo die komplet Muure uf dr Bühni i grisse wird, fascht wie e historischi Gruppetherapie für s wiedervereinigte Dütschland verstoh.

„Tear down the wall!“

Wo die gigantischi Muur noch ere zweistündige Show bim Ruef „Tear down the wall in sich zämmegheit isch, het die gwaltigi Mängi eifach numme no frenetisch chönne fiere. Vergässe sin all die deilwiis rächte technische Panne gsi, wo dr Schtrom wäg gsi isch und dr Sound gschpuckt het. Das isch alles numme no nääbesächlich gsi bi däm riisige, hischtorische Schauschpiel. Die Lüt dert uf em Potsdamer Platz und vor de Kischte dehai, wo in däm Momänt alli eins gsi sin, hän nit numme e gigantischs Rockspektakel erläbt, sondern hän alli zämme dr Fall vo dr Berliner Muure grad nomol gmainsam gfiirt und gschpürt wie`s chalt de Rugge ab gloffe isch.

Bildquelle: «Potsdamer Platz 90 0220 nach Roger Waters Konzert P1190226.jpg» von Robert Hösle, lizenziert unter CC BY-SA 4.0

„Mi perseenligi Note.“

Mir, 5 Kollege sin mit emene VW-Bus für 4 Tag nach Berlin gfahre. Brandeburger Tor, s Olympiastation (het e aigeni tiefbewegendi Gschicht), s Nachtlääbe, Bahnhof-Zoo, d U-Bahn Statione. Einiges drvo zum 2te Mohl. Aber dr Grund vum Road-Trip isch s Konzärt gsi. Ich bi domols as 25jährige mittedrin gsässe! Dr Bode dert uf em Potsdamer-Platz isch komplet mit Sand bedeggt gsi. Am Afang isch das no rächt gmietlig gsi, und mir sin alli zämme dert im Sand gsässe und hän gwartet. Aber plötzlich isch us Sicherheitsgründ zwei oder dreymol e Helikopter rächt tief über d Lüt gflooge. Das het dä Sand öbbe 2 Meter ufgwirbelt, super! Das isch e churze Momänt e rächt heikli Situation gsi. Die Verantwortliche hän i däm Momänt gar nüd studiert, doch uns het`s fasch dr Schnuuf gnoh. I bi i mine Joore an vielne Könzärt so wie Open-Air gsi, doch das gsammte „The Wall“-Eraignis 1990 in Berlin mit dere unglaublich riesige und friedlich, fierende Menschemängi ……, blibt hänge. S isch wie e Tattoo. Me drait`s e Lääbe lang mit, aber im Härze!

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