60/70er Joor

„Gligg cha me nid chauffe, s wird gebore!“

Für d Wält isch es numme es Baby gsi, aber für mi ischs Anno 1964 dr Liechtbligg in s Lääbe gsi. Gebore im Stärnzeiche Fisch im Dreiländeregg z Basel. Am scheene Rhy, ganz noch bi dr Gränze zu Frankrych und Dütschland. In Abschnitt vu e paar Joor het mr s Gligg die zwei wärtvollschte Gschöpf gschänggt, mini zwei Schwöschterhärz. S Bescht wo me sich nur cha winsche. Beziehige, wo e Lääbe lang hebe.

„Gschwüschter sin wie Äscht amene Baum.
Au wenn mr in verschideni Richtige wagse, so blybe unseri Wurzle eins.“

Mini Wurzle sinn z Basel am Rhy, do wo alles agfange het. Wurzle sind das, wo uns d Chraft git zum Wachse, egal wie wyt’s uns spöter in d Wält drayt. Z Basel am Rhy nimmt my Gschicht ihre Afang. Es sind die chleine Momänt us dr Chindheit, d Träum, de Begg vum Quartier und d Mensche, wo mi prägt hän. Ohni das Fundamänt wär i hüt nit dä Mensch, wo vor euch stoht. Mini Erinnerige sin hüt zum Teil wie e alts Foti. Nümm ganz so scharf, aber immer no voller Farb und Gfiel. Genau so fiel mi hüt 😉

I bi in Gnuss vunnere glanzvolle Chindheit cho. Klar, es het au die harte Momänt gäh. Zyte, wo alles andere als eifach gsi sin. Aber genau us däm Grund strahle die liebevoll, i drücklige und schöne Momänt, hüt umso heller. Es sin genau die Abschnitt gsi, wo mi spöters Lääbe, tief prägt und g formt hän.

Wouw, s Lääbe het chönne cho – i bi bereit gsi.

In de friehe 1960er-70er Joor isch uf em alte Flugplatz-Areal „Stärnefäld“ ¹  im Stärnefäld-Quartier in „Blätzbums“ ² (Birsfälde) mit de Bauarbeite vo dr Iisebahner Baugnosseschaft aagfange worde. Das isch unser künftig Wohnort gsi. Will dertmol scho Wohnigsnot g herrscht het, hänn mir in eini vo de erschtbaute Wohnige chönne iizieh, bevor dr Mehrfamilieblogg überhaupt fertig gsi isch. Jo, das het em Vater si Bruef als Iisebahner möglich gmacht. Wie e mängs meh. Zum Bispiel das 1972 geborene „Interrail“-Ticket. I cha mi an d Afangszyte im Stärnefäld erinne, wo tatsächlich immer wieder emol eZeppelin über s Stärnefäld-Quartier g surrt sin. E „Surre“ wo me wunderbar ghört het. Au immer wieder Ballön. Vermuetlich alti Pilot/-inne und Stüürmänner/-fraue wo em domohlige Flughafe nochtruurt hän.

¹ Flugblatz-Areal „Stärnefäld“ isch während em Betrieb vu dr Organisation «Aviatik beider Basel» verwaltet worde, denn das isch dr erschti Flugplatz in de beide Känton Basel gsi. Dert isch au de erscht Standort vu Balair gsi. Do het`s in dr Stadt no kei Flugplatz geh.
² Birsfälde het de Slang „Blätzbums“ kriegt. Über de Grund isch mr hüt no getrennter Meinig.
D Flugblatz-Theorie: Vieli glaube, dass dr Name diräkt uff dr Flugblatz Stärnefäld zrug goht. „Blätz“ isch dert derby für dr Blatz (s Fäld) gstande und „Bums“ für s Chlöpfe, wo d Flieger bim Lande ufem Flugplatz vu sich geh hänn.
D Zoll-Theorie: E anderi Erklärig sait, dass usswärtigi Händler friener z Birsfälde uf de Fälder (de „Blätze“) hänn miesse ibernachte, wenn si z spoot cho sin und d Stadtdoor vo Basel, scho gschlosse hänn.

Will dert im Quartier fascht no keini Hüüser gstande sin, isch e Huffe Land eifach numme wild verwucheret gsi. Richtig hoch, wenn ihne bisch het me eim nid gseh. Das isch fir uns nadierlig e Schlaraffeland, als Spiilblatz gsi. Kurz druffabe, mir hänn im dritte Stock gwohnt (natierlig mit Lift 😊) isch die zweiti Familie im sächste Stock iizoge. E Familie mit drei Chinder. Zwei Buebe und e Meitli, dr Jüngscht dervo dr André. Är im gliiche Alter wie ich mit bächschwarze Hoor, isch mi bescht Fründ – nei, allerbescht Fründ uf Joore use worde. Mir sin in däm Quartier vo Aafang a durch digg und dünn, bis mir au zämme in Chindsgi gange sin. Am Aafang simmer eso drei, vier Schnöösel gsi, aber innerhalb vo öbbe zwei Joor isch das e riese Meuti worde. Mir hänn alli zämme in däm Quartier gwohnt, wo schlussändlig us drei Wohnblögg mit je 36 Familie bestande het. Unterdesse het’s nimm g heisse „dr André und dr Andy chömme“, sondern nur no „dr Schwarz und dr Blond“. Jo, mir zwei zäme im Chindsgi, do hesch s Gschängg. Dr Chindsgi isch nid vor dr Tür glääge, geschweige no ähne an dr Stroos. Mr sin zämme in d Schuelstroos g loffe, tagtäglich. Knapp 10 Min. für fasch e Kilometer. Mit emene Bligg zur hüttige Zyt: Heee, mr hänns überläbt. Besser hätte mrs nid chönne breiche. E Lehrerin, sträng aber het viel unternoh mit uns. Do mi Fründ und ich immer e weneli früehner dört gsi sinn, simmer immer no im Sandchaschte vorem Huus, go spiele. S het müesse cho. Nach churzer Zyt hän mr dr Lehrerin immer müesse d Händ zeige und wenn sie no z dräggig gsi sin, z ersch müesse go wäsche. S het Momänt geh, natürli hets mi betroffe. Do han i müesse in Egge vum Schuelzimmer stoh. Und will ich und Anderi Grimasse gmacht hän, han i mi müesse draihe und in Egge luege. Dasch hänge bliibe, so peinlich isch`s mr gsi.

Ja, i bi nid dr Eifachscht gsi und dä Momänt vergiss i nie. I ha vor d Türe müesse. Chuum bin i dusse gsi, do het au mi Fründ dr André vor d Türe müesse. Ja hallo, 10 Minute spöter isch d Lehrerin usecho und isch hässig gsi (so hämmer se no nie gseh) will mr dusse bim Versteckis spiele e so lut gsi sinn, dass sie uns vum Zimmer us ghört hän. Will sie doch eigentlich e liebi gsi isch, hämmer uns rächt gschämt. Dr Schwarz und de Blond, sinn ab denn im Chindergarte uf eimol die Bravschte gsi.

Wohlverstande, mr befinde uns innere Zyt, wo d Schwyz – nai, die ganzi Wält längs wie meh, mit iischniedende und richtigsändernde Theme konfrontiert worde isch. Di erschti Moondlandig, Woodstock, dr Vietnamkrieg, d Beatles, dr Elvis und James Dean. S Atomkraft-Wärck in Kaiseraugscht, s AJZ Basel und s AJZ Züri. Dr „Platzspitz“ in Züri und „Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo“ in Berlin, um nume e paar z nenne. Natirlig hämmer in dene junge Joore au scho d Ereignis vo „Hiroshima & Nagasaki“ mitkriegt, obwohl sie scho 20 Joor früehner stattgfunde hän.

Do isch es jo gar nit wyt gläge, dass ich in de 70er- und 80er-Johr mini Sympathie für und mit de „Hippies“ gfunde ha. Si hän dr Materialismus abglehnt, gege Chrieg und Gwalt demonschtriert und nochere Gsellschaft gsträbt, wo uf Liebi, Friide, Freiheit, Toleranz und ere naturnoohe Läbenswys ufbaut isch. Sälbschtverständlig mit Schlaghose und ere usgfranste Jeansjagge. Wie het meh nid gääge das Verhalte und Vorgeh vu gwüsse Erwachsene chönne si.

Es isch dr Ufbruch in e Zyt gsi, wo bi uns alles veränderet het. Dr Wäg geebnet het für mini ganz eigene Abentüür. Wägg vo de grosse Wält-Problem und letschtändlig in schöni und unvergässliche Momänt vor dr eigene Huustüre. D Töfflizyt, die erschte Mässbsuech ohni Eltere, drfür mit dr Clique. Und die wilde, erschte Ussgäng in dr Basler Innestadt, wo mr stolz unseri Töfli platziert hän.

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