1980/90er Joor
„Summer, Sunne und Musik unter freiem Himmel.„

Afang 70er Joor het d Ära vo de Open-Airs au d Schwiiz erreicht. Stark inspiriert vo dr internationale Hippie-Bewegig und legendäre Events wie em Woodstock-Festival vo 1969.
Afang 80er Joor het`s mr d Ärmel ihne zooge und i bi mit Früünde oder als „Grüppli“ däm „Feeling“ unter Gliichgsinnte, wo ungezwunge unter freiem Himmel d Musik und s zämme si gnosse hän, verfalle. Sisch au de Beginn vunere Zyt gsi, wo mr eifach s Zält und dr Grillroscht in Kofferruum gheit hänn und über`s Weekend oder e paar Dääg, d Natur gnosse hän. Ob`s in dr Schwiiz amene See oder in de Bärge, z Italie oder in „Saintes-Maries-de-la-Mer“ in dr Cammargue gsi isch. S`veruugte, zu dere Zyt hesch an de meischte Plätzli no „wild“ chöne zältle.
Das „Feeling“ e weneli nöcher brocht: Hektik isch e Fremdwort gsi. Keini Aggressione, keini Smartphone und nid jede 3te mit unzfriedener Miene! So übrigens au in dr Stadt, z Basel. E höhers Tempo im Laufschritt, het zu dere Zyt scho g herrscht. Mr hän uns bim „bläuderle“ no in d Auge gluegt, zue gloost und sinn uns gägesytig nid ins Wort gfalle. Scheen, dert het`s no kei Smartphone geh. Zum Gligg han i die Joorzähnte uf die Art dörfe erlääbe. Gfehlt het uns gar nüd. Unbezahlbar scheen isch`s gsi!
D Nääbe-Effäkt vom Fortschritt, gän z dängge, : 1989 isch s WEB im Forschigszentrum CERN erfunde worde und het Afangs 90er-Joor d Bevölkerig vo Europa und dr Schwiiz erfasst. 1999–2002 het d Ära vom Smartphone aagfange. Und hüt, in de 2020er-Joor, herrscht Hektik, Aggression, Unzfrydeheit und chronischi Reizüberfluetig durch ständigi Erreichbarkeit. Die diefi Verbundeheit zu de Mitmänsche goht trotz de soziale Medie immer meh verlore. Zuekunftsängscht näme durch globali Konflikt, wirtschaftlichi Sorge und em Klimawandel stetig zue. Durch s Wägfalle vo Hemmschwelle nid nur in Online-Diskussione, nimmt d Polarisierig, d Spaltig, Fanatismus und au d Gwaltbereitschaft in jedem Thema zue. Durch ‚Lieferig am gliche Dag‘ und sofortigi Klicks verleere mr s Warte und d Geduldsamkeit, was d Fruschtrationstoleranz allmählich sänggt. Es herrscht e duurhafte Optimierigsdrugg im Bruef, in dr Gsundheit und im Usseh, was chronische Stress erzüggt. Merksch es? Es hört und hört nid uf.
Doch, hüt wär i gärn nomol jung. Aber ganz klar nid zur hüttige Zyt! „Zu mynere Zyt!„
Me mues es au moll vor Auge fiere und bim Wort nenne! S Schlimmschte sin Scheuklappe, verschwyge und/oder zueluege!
Aber, gönn mr zrugg zum Thema!
Natürlig git`s Anekdote , herrlig und unvergässe. Dr erscht Waage vomene guete Fründ vo mr wo näbebi als Marktfahrer a gfange het , isch en alte 80er Chevi-Estate V8 gsi. E Schiff mit Platz zum „abwingge“. Im Kofferruum hesch s zweit, logger und gstreggt näbenand chöne schloofe.

Wouw, s genialschte für so Trips. Gfahre wie e Örgeli, nur hämmer meh für`s Benzin zahlt, als für d Würscht uf em Grill, egal!🙂
Ronco, TI: Mr sin e paar Tag in Ascona TI gsi. In Ronco oberhalb Ascona hämmer für 3 Nächt s Zält im Wald ufgschlage. In Ronco het`s öffentlichi Parkplätz mit Lavabo und Toilette gha. Genial, hesch di chöne wäsche, s Auto stoh loh und z Fuess in Wald zu Zält. Dasch s erscht Mohl vo scho etliche, „wilde“ Übernachtige gsi, dass mr in dr letschte Nacht vu Polizischte gweckt worde sinn, s Zält im dunkle hän müesse „abrisse und verschwinde.“ Guet hän mr se verstande, und wach sin mr nochhär au gsi.
Milano, IT: Dasch e bsundere Trip gsi. Mr sin vo Birsfälde nach Mailand, Floränz, Rom, Ancona, Bologna und Venedig. S Zäld und Schloofsagg derbie, doch hämmer tatsächlich us Angscht, nid eimohl s Zält ufgschlaage. Egal, sisch genial gsi, Platz hämmer gnueg gha und au e weneli Gligg. Mr sin immer gfahre bis es dunkel gsi isch. Entweder e Plätzli e bitz abseits gsuecht, oder au durch d Nacht gfahre. Es isch langsam Obe worde und ca. 15 Minute vor uns liegt Mailand. Nei in d Stadt fahre mr ersch am Morge, chum mr bliibe do neume. D Rais het ersch a gfange. Mr hän öbis gässe, d Schloofsägg im Auto parat glegt und gwüsst. Mr schloof prächtig, denn noch dere lange Fahrt sin mr rächt müed gsi. Chum im Schloofsagg sin mr beidi grad i gniggt. Churz vor de Zwei wird i wach, schreck uf will uf minnere Site eine usse an d Schiebe polderet. I lueg übere zum Kolleg, chriedewiss. Au uf sinnere Site e Ma und denn sehn mr, neeei die hän beidi e Pischtole in dr Hand und dä uf minnere Site hebt e Uswies an d Schiebe. „Polizia“, ja super! Isch dä Uswies ächt, denn beidi hän kai Uniform a gha. Was willsch mache…..!? Also han i d Tür ufgmacht, de Kolleg au und sin us em Schloofsagg kroche und usgschtiege. „We are from Switzerland, we have holidays“ (i muess grad lache, was hän mir für Glügg gha) Sie hän verlangt, dass mr d Täschene zaige. Ja zaige isch guet. Die zwei Männer hän die Täsche dusse hinter em Auto uf em Bode usgleert und eifach in de Sache umegwüehlt. „It`s ok“ isch s ainzig wo die Zwei über d Lippe brocht hän. Hän sich verabschiedet und sin dervo gloffe. Auto hän mr kains gseh, aber mr hän s „usleere“ gärn in Chauf gno. Gschloofe hän mr nüm, sinn aber so schnäll wie möglich wieder im Auto gsässe, de Schloofsagg hindere gheit und hänn no e Stund g „fachsimplet.“ Passe die uns neume ab ? Hän die Droge gsuecht? Chum mr fahre e weneli früehner ab. 🤗
Was uns in Italie ufgfalle isch. Wenn mr am Morge s Auto verloh hänn, het`s niene so viel streuninde Hünd gha wie dört. Grad in Gruppene vo 6 bis 10 Stügg. Mr sin noch däm Trip wo überuss guet und sicher verloffe isch, usglaugt Dehei a cho, aber s isch und bliibt e gewalts Erläbnis.
Ja die 80er/90er Joor hän`s in sich gha. Amene Fyrtig sin mr s zweit z Birsfälde an d Autobahn-Uffahrt gstande. E Karton in de Händ und sin per Ahalter gäge Obe z Ascona gsi und tatsächlich am dritte Tag Zobe wieder Dehei gsi. S isch e Wett gsi & mr häns sälber chum glaubt.
